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Englischer Humor

Glaubst du auch, dass englischer Humor im Grunde gar nicht existiert? Gehörst du auch zu den Leuten, die meinen, dass Engländer in Humor noch schlechter sind als in Elfmeterschießen? Dann lass mich dir hier Indizien präsentieren, die dich vom Gegenteil überzeugen könnten.

Englischer Humor ist nicht nur besser als englisches Elfmeterschießen, er ist sogar gut.

Wie definiert man englischen Humor?

Der Begriff ‚englischer Humor’ kann zwei Bedeutungen haben:

  1. Humor aus England bzw. Großbritannien. Will sagen: Humor, der aus England kommt, zum Beispiel aus englischen Fernseh- oder Radiosendungen.
  2. Humor, dem etwas spezifisch Englisches bzw. Britisches anhaftet. Will sagen: Humor, der gewisse typische Eigenschaften aufweist.

Im Sinne der ersten Verwendungsweise kann es zum Beispiel unmöglich einen deutschen Film mit englischem Humor geben. Im Sinne der zweiten Verwendungsweise sind deutsche Filme mit englischem Humor aber sehr wohl möglich. Und vielleicht denkst ja auch du jetzt an Loriot…

5 bekannte britische Vertreter des Humors aus England

Bevor wir uns die Eigenschaften des britischen Humors anschauen, möchte ich dir wenigstens 5 berühmte englische Vertreter dieses Humortyps nennen, damit du dir den einen oder anderen näher ansehen kannst:

  • Monty Python: legendäre Komikertruppe. Ich sag nur: Das Leben des Brian – Der Sinn des Lebens – Die Ritter der Kokosnuss. Wer Monty Python nicht kennt, ist selbst schuld. No discussion!
  • Mr. Bean bzw. Rowan Atkinson: Comedy-Serie, in welcher der Schauspieler Rowan Atkinson den kindisch-vertrottelten Mr. Bean spielt.
  • Benny Hill: Komödiant, der in The Benny Hill Show mit Vorliebe einem kleinen, alten Mann die Glatze tätschelt.
  • Little Britain: eine Sketch-Serie, die sich besonders die Unterschichten vorknöpft.
  • Douglas Adams: ein Science-Fiction-Schriftsteller mit Witz, den du mal lesen könntest, wenn du nicht so viel rumsurfen würdest.

10 Merkmale des englischen Humors

10 markante Eigenschaften des britischen Humors sind:

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  • Trockenheit: Gemeint ist im Wesentlichen die Emotionslosigkeit der Darstellung, die den trockenen Humor als Humor nur indirekt erkennen lässt.
  • Schwärze: Englischer Humor ist oft schwarz, das heißt: morbid, makaber und geschmacklos. Er kennt keine Tabus und macht auch vor Themen wie Tod und Behinderung nicht Halt.
  • Understatement: Der englische Humorist kreiert gerne komische Effekte per Untertreibung.
  • Direktheit: Britischer Humor ist brutal direkt, kommt aber eben zugleich mit viel Understatement, um nicht zu sagen: sehr höflich, daher – grausam, aber gentlemanlike.
  • Absurdität: Den Hirnen englischer Komiker entspringen gerne Widersinnigkeiten.
  • Doppeldeutigkeit: das Gegenteil von Eindeutigkeit. Muss ich nicht wirklich erklären, oder? Bei Menschen, die sich für britischen Witz interessieren, setze ich eine gewisse Grundintelligenz voraus.
  • Ironie.
  • Nonsens: Es wird sinnfrei geblödelt, aber so, dass man lachen muss.
  • Skurrilität: Dem grauen Alltag und der tristen Normalität ringen britische Komiker durch skurrile Einfälle komische Seiten ab.
  • Respektlosigkeit: Schau einfach ‚Das Leben des Brian’ von Monty Python. Dann weißt du, was ich meine.

Humorforscher Hans-Dieter Gelfert

In Deutschland hat sich besonders Hans-Dieter Gelfert um die Erforschung des britischen Humors verdient gemacht. Hier zwei Lesetipps für diejenigen unter euch, die sich tiefer in die Materie einlesen wollen.

Fazit

Im Grunde ist es ganz einfach: Wer überhaupt nicht versteht, warum englischer Humor in der Tat eine Form von Humor ist, der sollte zum Lachen lieber in den Keller gehen – oder sich sämtliche Elfmeterschießen der englischen Fußballgeschichte anschauen.

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